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Gebühren
 

... wer soll das bezahlen?

Das Anwaltshonorar richtet sich nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG).


1. Bei Gerichtsverfahren (außer Sozialrechts-, Straf- und Bußgeldsachen)
 
bestimmt der jeweilige Geschäftswert, Streitwert oder Gegenstandswert die Kosten.

Beispiel: Sie wollen eine Geldforderung in Höhe von 5.000,00 € gerichtlich geltend machen:

Kosten eigener Anwalt
inkl. Auslagen u. USt.        925,23 € (772,50 € netto)
gegnerischer Anwalt         925,23 €
Gerichtskosten                438,00 €
Gesamt                       2.288,46 € (1. Instanz)

Die unterliegende Partei trägt die Gesamtkosten in Höhe der gesetzlichen Gebühren. Evtl. kommen Kosten für einen Sachverständigen hinzu. Bei Teilerfolg werden die Kosten entsprechend aufgeteilt. Das Prozessrisiko ist daher sorgfältig abzuwägen.

Besonderheit: In arbeitsgerichtlichen Verfahren trägt in der ersten Instanz jede Partei - unabhängig vom Verfahrensausgang - ihre Kosten selbst.

Eine Honorarvereinbarung darf die gesetzlichen Gebühren nicht unter-schreiten. Höhere als die gesetzlichen Gebühren dürfen schriftlich vereinbart werden, wenn dies erforderlich ist, um anwaltliche Leistung, Verantwortung oder Haftungsrisiko angemessen zu berücksichtigen.

Die Vereinbarung eines Erfolgshonorars ist gesetzlich nur in sehr engen Grenzen zulässig.


2. Für außergerichtliche Leistungen

bemisst sich das Honorar nach Umfang und Schwierigkeit der anwaltlichen Bearbeitung, nach der Bedeutung der Sache und nach der finanziellen Situation des Klienten.

Ist der Mandant Verbraucher im Sinne von § 13 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch), beträgt die zu vereinbarende Vergütung für eine Erstberatung höchstens 190,00 € netto (zzgl. 19 % USt.).
Die Vergütungsvereinbarung wird nach Schilderung des Sachverhalts getroffen. Der Anwalt gibt seine rechtliche Einschätzung ab und schlägt Handlungsalternativen vor.
Wird der Anwalt über die erste Beratung hinaus tätig, kann eine Pauschalvergütung oder ein Stundenhonorar vereinbart werden.

3. Der Anwalt klärt für Sie außerdem, ob und in welchem Umfang eine bestehende  Rechtsschutzversicherung die anfallenden Kosten übernimmt; ebenso, ob Sie Anspruch auf Beratungs- oder Prozesskostenhilfe haben.


Ein Anwalt rechnet seine jeweilige Leistung differenziert ab. Niemand wird über den Tisch gezogen, denn nur der zufriedene Mandant, der seine Rechnung akzeptiert, wird anwaltlichen Rat wieder in Anspruch nehmen.

Allenfalls karnevalstauglich daher:

            "Stimmt es eigentlich, dass zwei Antworten
             beim Anwalt 1.000 € kosten?"

            "Und was ist Ihre zweite Frage?"





Stand: 01.07.2017